Weniger Stress bei der Prüfungsvorbereitung durch Hunde

Die Implementierung von tiergestützten Stresspräventionsprogrammen nimmt zu, obwohl das Wissen über die Auswirkungen insbesondere auf kognitive Fähigkeiten begrenzt ist. Pendry et al. (2021) haben nun in einer randomisierten Studie die Effekte eines vierwöchigen Stress-Präventionsprogramms mit unterschiedlichen Niveaus von Mensch-Tier-Interaktion und evidenzbasierten Inhaltspräsentationen auf die exekutiven Funktionen von StudentInnen untersucht. Aus früheren Studien wusste man bereits, dass schon zehn Minuten Streicheln eines Tieres ausreichen, um den Cortisol-Spiegel gestresster Lernender für etwa eine halbe Stunde auf ein normales Maß abzusenken. Nun untersuchte man, ob dieser Effekt noch länger anhalten kann, wenn man die Zeit mit den Hunden verlängert oder regelmäßige Interaktionen ermöglicht. Man untersuchte in der aktuellen Studie Studierende eines Colleges, die sich kurz vor wichtigen Prüfungen befanden. Während eines Zeitraums von drei Jahren wurden diese Studierenden nach dem Zufallsprinzip auf verschiedene Programme zur Vermeidung von Stress und Studienversagen verteilt. Die Teilnehmenden der Hundegruppe bekamen die Gelegenheit, regelmäßig mit den Therapiehunden zu spielen, sie zu streicheln oder einfach nur in ihrer Gegenwart zu sein. Andere Gruppen nahmen an Workshops zur Stressbewältigung teil, in denen man ihnen Techniken der Stressregulation erklärte, etwa, auf ausreichend Schlaf zu achten und sich erreichbare Ziele zu setzen.

Es zeigte sich, dass sich bei allen Probanden in der Gruppe mit den Hunden die kognitiven Fähigkeiten verbesserten, d. h., die Studierenden konnten leichter planen, ihre Aufgaben besser strukturieren und organisieren, aber sie konnten sich auch länger konzentrieren und waren sogar motivierter. In der Workshop-Gruppe hingegen gab es keine vergleichbaren Ergebnisse, was möglicherweise daran liegen könnte, dass Workshops wie Unterricht erlebt werden und daher eher zum Stress beitrugen statt diesen zu reduzieren, während mit den Hunden jeglicher Leistungsdruck verschwand. Diese Wirkung – gemessen am Cortisolspiegel – hielt auch sechs Wochen an, wobei Studierende, die zusätzlich zum Prüfungsstress auch psychische Erkrankungen hatten, dabei am meisten von den Therapiesitzungen mit den Hunden profitierten. Diejenigen, die ein hohes Risiko hatten, vor dem Abschluss abzubrechen, gelang trotz der Hürden ein Studienerfolg.

Literatur

Pendry, Patricia, Carr, Alexa M., Vandagriff, Jaymie L. & Gee, Nancy R. (2021). Incorporating Human–Animal Interaction Into Academic Stress Management Programs: Effects on Typical and At-Risk College Students’ Executive Function. AERA Open, 7, doi:10.1177/23328584211011612.

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