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Effektives Lernen beginnt damit, dass man wirklich aufnahmefähig ist. Jeder Mensch hat nur eine begrenzte Kapazität, Informationen zu verarbeiten. Wenn die Konzentration nachlässt, man nicht mehr richtig zuhört oder merkt, dass man Inhalte nur noch oberflächlich wahrnimmt, ist es Zeit für eine Pause. Es bringt wenig, sich durch den Stoff zu quälen, wenn der Kopf nicht aufnahmebereit ist. Deshalb sollte man besonders sensibel auf die eigenen geistigen Signale achten und nur dann lernen, wenn man wirklich konzentriert arbeiten kann. Pausen sind nicht nur erlaubt, sondern notwendig – vor allem dann, wenn man merkt, dass nichts mehr hängen bleibt.
Ein wichtiger Aspekt dabei ist, die eigenen Konzentrationsphasen zu kennen und zu nutzen. Manche Menschen sind morgens besonders leistungsfähig, andere eher abends. Wer seine produktivsten Zeiten kennt, kann das Lernen besser planen und anspruchsvolle Aufgaben gezielt auf diese Phasen legen. So lässt sich die eigene Energie optimal einsetzen, anstatt zu Zeiten zu lernen, in denen der Kopf ohnehin müde ist.
Um diese Lernphasen gut zu strukturieren, hilft eine Wochenübersicht mit allen Aufgaben, statt einer starren Tagesliste. Wenn ein Tag mal nicht so läuft wie geplant, ist das kein Problem – man kann die Aufgaben flexibel auf andere, produktivere Tage verschieben. So bleibt man im Wochenverlauf motiviert und arbeitet effektiver.
Auch der Lernort spielt eine große Rolle für die Konzentration. Für manche ist die Bibliothek ideal, weil dort eine ruhige, konzentrierte Atmosphäre herrscht. Andere lernen lieber zu Hause, um Stress oder äußere Einflüsse wie Hitze zu vermeiden. Wichtig ist, bewusst auszuprobieren, wo man am besten lernen kann – und sich dann gezielt für diesen Ort zu entscheiden.
Zudem ist es entscheidend, wie man lernt. Passives Lesen oder Zuhören reicht oft nicht aus, um Inhalte wirklich zu behalten. Stattdessen ist Active Recall – also aktives Wiederholen und Abrufen von Wissen – deutlich wirksamer. Das kann z. B. durch Karteikarten oder das Formulieren eigener Antworten auf Prüfungsfragen geschehen. Auch das Schreiben von Probeklausuren ist eine sehr effektive Methode, weil man dabei gezwungen ist, das Gelernte strukturiert und aktiv anzuwenden.
Damit verbunden ist auch der Anspruch, ineffektive Lernmethoden zu erkennen und bewusst zu vermeiden. Inhalte, die zwar theoretisch interessant, aber für Prüfungen irrelevant sind, sollten aussortiert werden – besonders wenn die Zeit knapp ist. Es geht darum, Lernzeit so effizient wie möglich zu nutzen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Letztlich sollte das Lernen immer klausurorientiert sein. Das bedeutet, nicht nur Inhalte zu verstehen, sondern auch zu wissen, wie sie in einer Klausur abgefragt werden könnten. Wer erkennt, an welcher Stelle ein bestimmter Sachverhalt auftauchen könnte und wie er dann bearbeitet werden muss, lernt nicht nur für das Verständnis, sondern auch gezielt für eine gute Note. Das umfasst auch das Üben von Formulierungen, das Durchdenken typischer Fallkonstellationen und das Einüben des konkreten Prüfungsformats – sei es schriftlich oder mündlich.
Wer also bewusst auf die eigene Aufnahmefähigkeit achtet, produktive Zeiten nutzt, seinen Lernort klug wählt, aktiv statt passiv lernt, unnötige Inhalte streicht und sich konsequent an der Prüfung orientiert, lernt nicht nur effizienter, sondern auch erfolgreicher.